Artenvielfalt

Versehentlicher Geiergenozid kostet Hunderttausende Menschen das Leben

Selten zeigen sich die verheerenden Folgen des Artensterbens so unmittelbar und drastisch wie in diesem Fall: In den Neunzigerjahren starben in Indien fast alle Geier aus, was dazu führte, dass auch Hunderttausende Menschen ihr Leben verloren. Klingt unglaubwürdig? Hier die ganze Geschichte.

von
Tim Ehlers
Tim Ehlers
Veröffentlicht am 11.05.2026
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Vielleicht kennst du Voltaren, diese Schmerzsalbe? Der darin enthaltene Wirkstoff Diclofenac ist schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend. Und: Er ist billig. Das macht das Mittel auch interessant für die Tiermedizin. Ab Ende der Achtzigerjahre wurde es deshalb in Indien zunehmend bei Tieren eingesetzt. Es war so beliebt, dass die Produktion des Medikaments schnell auf 800 Tonnen jährlich stieg. Weil es zehn- bis zwölfmal günstiger war als das Ersatzpräparat Meloxicam, wurden bald bis zu 70 Prozent der Schmerzbehandlungen mit Diclofenac durchgeführt. Vor allem Rindern wurde es verabreicht, sowohl Zug- und Lasttieren, die teilweise bis zur Erschöpfung arbeiteten, als auch „heiligen Kühen“, die beispielsweise aufgrund ihres Alters an Arthrosen litten.1

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