Sprache

Rund 30 Prozent weniger Wörter pro Tag

Verstummen wir? Die stille Gefahr hinter unserem neuen Alltag.

Veröffentlicht am 28.06.2026
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Menschen sprechen immer weniger miteinander. Zu diesem Ergebnis kommen Forschende, die Audioaufnahmen aus dem Alltag von 2.197 Personen ausgewertet haben. Zwischen 2005 und 2019 sank die Zahl der täglich gesprochenen Wörter jedes Jahr um durchschnittlich 338. Hat man 2005 noch rund 16.000 Wörter täglich gesprochen, waren es 2019 nur noch etwa 12.800. Das enspricht einem Rückgang von rund 28 Prozent. Besonders stark ist der Rückgang bei unter 25-Jährigen: Sie sprachen pro Jahr circa 44 Prozent weniger Wörter als ältere Menschen. Ein möglicher Grund ist der Anstieg digitaler Kommunikation. Ob Textnachrichten und Soziale Medien zu diesem Verlust beitragen oder ihn ausgleichen können, ist jedoch noch unklar. Die Forschenden warnen vor weitreichenden Folgen: Die Menschheit befinde sich bereits in einer zunehmenden „Einsamkeitsepidemie“, in der soziale Isolation und fehlende zwischenmenschliche Kontakte zum gesellschaftlichen Problem geworden seien. Schon wenige hundert zusätzliche gesprochene Wörter pro Tag könnten helfen, Einsamkeit zu verringern.

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