Musik löst Emotionen aus, sowohl positive als auch negative. Das ist in den Neurowissenschaften schon lange bekannt. Neu ist die Erkenntnis, dass Livemusik eine stärkere Wirkung auf das Gehirn hat als gestreamte Lieder. Wissenschaftler:innen der Universitäten Zürich und Oslo haben die Gehirnaktivität von Proband:innen untersucht, während diese die gleichen Songs einmal live am Klavier und einmal abgespielt hörten. Bei der Live-Variante bekam der Pianist eine Rückmeldung über die – in Echtzeit gemessene – Gehirnaktivität der Hörenden und konnte daraufhin sein Klavierspiel anpassen und intensivieren – ähnlich wie Sänger:innen bei Livekonzerten auf das Publikum reagieren. Die Hirnaktivität der Testpersonen war bei den live gespielten Songs höher als bei den abgespielten Liedern. Die Wissenschaftler:innen machen das Zusammenspiel zwischen Pianist und Proband:in beziehungsweise zwischen Publikum und Künstler:innen dafür verantwortlich, dass Livemusik verstärkt Gehirnareale aktiviert, die an der Emotionsverarbeitung beteiligt sind.
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