KI bleibt unerkannt
Der Einsatz von KI in der schriftlichen Kommunikation nimmt stark zu. Studien zeigen, dass Menschen negativ reagieren, wenn ihnen bekannt ist, dass ein Text mithilfe von KI erstellt wurde. Es ist jedoch unklar, wie solche Urteile unter realistischeren Bedingungen entstehen, wenn nicht offengelegt wird, dass ein Text mit KI erstellt wurde, oder wenn dies nur vermutet wird. Dies haben ein Wirtschaftswissenschaftler und ein Psychologe aus den USA in zwei Experimenten untersucht.
Ihre Ergebnisse: Wenn die Nutzung von KI in der schriftlichen Kommunikation offengelegt wird, wird der Absender deutlich negativer bewertet. Unter realistischeren Bedingungen – also im Alltag, in dem die KI-Nutzung meist unbekannt bleibt – sieht das allerdings anders aus. Wird nicht erwähnt, dass KI beteiligt war, zeigen die Teilnehmenden keine Skepsis und bewerten den Verfasser genauso wie bei eindeutig menschlichen Texten. Dies deutet darauf hin, dass Menschen meist gar nicht in Betracht ziehen, dass ein Text von KI stammen könnte. Wenn die Befragten unsicher sind, ob KI eingesetzt wurde, fällt die Bewertung des Absenders besser aus als bei eindeutig KI-generierten Texten – aber nicht ganz so gut wie bei menschlich verfassten.
Vor allem zwei Faktoren hingen damit zusammen, warum KI-generierte Nachrichten schlechter bewertet wurden: die als geringer wahrgenommene geistige Anstrengung, die in den Texten steckt, sowie der Eindruck, dass die Nachrichten die Gedanken und Gefühle der Person nicht richtig widerspiegeln. Kaum relevant war dagegen, dass den Nachrichten ein geringerer Zeitaufwand bei der Erstellung zugeschrieben wurde. Auch die Erfahrung der Befragten mit KI spielte nur eine geringe Rolle.
Wer hat die Studie gemacht?
Jiaqi Zhu von der der Duke University (USA) und Andras Molnar von der der University of Michigan (USA).
Wie haben sie das herausgefunden?
In zwei Online-Experimenten mit insgesamt 1.301 Teilnehmenden wurden verschiedene Kommunikationssituationen simuliert, etwa eine Dankesnachricht von einem engen Freund. Die Teilnehmenden lasen die Texte und bewerteten anschließend die Person, die die Nachricht geschrieben hatte. Dabei wurde der Text entweder als menschlich verfasst, als KI-generiert, als möglicherweise KI-generiert (unsicher) oder ohne jegliche Information zur Herkunft präsentiert. Außerdem machten die Teilnehmenden Angaben zu ihrer Erfahrung mit KI und ihrer eigenen Nutzung solcher Systeme.
Im zweiten Experiment wurden neue Szenarien hinzugefügt. Außerdem sollten die Befragten einschätzen, welchen Zeitaufwand und welche geistige Anstrengung sie hinter der Nachricht vermuten und inwieweit diese die Gedanken und Gefühle der schreibenden Person widerspiegelt.
Wo gibt es die ganze Studie?
Zhu, Jiaqi; Molnar, Andras: Blissful (A)Ignorance: Despite the widespread adoption of AI in communication, people do not suspect AI use in realistic contexts, in: Computers in Human Behavior 180 (2026). https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0747563226000269
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