Forschung

Glaube an Leistungsgerechtigkeit senkt bei Reichen die Zustimmung zu Umverteilung

Veröffentlicht am 04.06.2026
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Reiche lehnen Umverteilung oft eher ab, wenn sie an Leistungsgerechtigkeit glauben – bei Armen spielt das kaum eine Rolle

Viele meinen, Reiche hätten ihr Vermögen durch eigene Leistung verdient. Wer so denkt, empfindet Ungleichheit als weniger problematisch und hält staatliche Umverteilung für weniger nötig. Doch gilt das für alle gleichermaßen?

Ein Team aus Ökonomen und Politikwissenschaftlern hat diese Frage in einer internationalen Studie untersucht. Sie kombinierten zwei Ansätze: Zum einen analysierten sie große Umfragen aus verschiedenen Ländern. Zum anderen führten sie ein Experiment durch. Dabei nutzten sie ein Spiel, in dem sie die Einkommensposition der Teilnehmenden und die Bedingungen der Leistungsgerechtigkeit gezielt variierten. So erforschten sie, wie diese Faktoren die Einstellungen zur Umverteilung beeinflussen. Anschließend mussten die Teilnehmenden konkret entscheiden, wie viel des erzielten Einkommens umverteilt werden sollte.

Das Ergebnis: Wohlhabende lehnen Umverteilung eher ab, wenn sie das System als gerecht empfinden. Bei ärmeren Menschen spielt diese Wahrnehmung kaum eine Rolle. Sie befürworten Umverteilung, unabhängig davon, ob sie die Gesellschaft als fair ansehen.

Der Glaube an Leistungsgerechtigkeit erklärt vor allem, warum Reiche Ungleichheit akzeptieren. Warum manche Arme das ebenfalls tun, bleibt unklar – hier müssen andere Gründe wirken.

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