Forschung

Freundschaften, die Mütter ablehnen, zerbrechen wahrscheinlicher

Veröffentlicht am 12.06.2026
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Wenn Mütter die Freunde ihrer Kinder ablehnen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass diese Freundschaften zerbrechen.

Ob Freundschaften von Kindern und Jugendlichen bestehen bleiben, hängt demnach auch davon ab, wie deren Mütter die Freunde bewerten. Zu diesem Ergebnis kommen Goda Kaniušonytė, Mary Page Leggett-James und Brett Laursen.

Die Psychologen untersuchten 197 stabile, gleichgeschlechtliche Freundschaftspaare. Die Forschenden erfassten, wie stark die Kinder die Ablehnung von Freunden durch ihre Mütter wahrnahmen und wie viel soziale Unterstützung sie in ihren Freundschaften erlebten. Soziale Unterstützung umfasst die positiven Merkmale einer Freundschaft wie Nähe, Vertrautheit, gegenseitiger Rückhalt und gemeinsame Unternehmungen.

Die Ergebnisse zeigen, dass unerwünschte Freunde häufig zu ehemaligen Freunden werden. Kinder, deren Mütter ihre Freundschaften missbilligten, berichteten acht Monate später häufiger von einer Auflösung dieser Freundschaften. Dieser Zusammenhang zeigte sich jedoch nicht in den Berichten der jeweiligen Freunde. Das kann einerseits daran liegen, dass Kinder die Freundschaft als Reaktion auf die Missbilligung ihrer Mutter innerlich abwerten, was die Freunde erst verzögert wahrnehmen. Andererseits ist es möglich, dass die Freunde gerade wegen der Ablehnung durch die Eltern an der Freundschaft festhalten und sich gegen diese Zurückweisung stellen.

Darüber hinaus wirkte sich die Ablehnung durch die Mutter auch auf die empfundene Qualität der Freundschaft aus – zumindest aus Sicht des Freundes. Wurde ein Freund von der Mutter eines Kindes abgelehnt, nahm die betroffene Person mit der Zeit weniger soziale Unterstützung in der Beziehung wahr. Das wiederum erhöhte die Wahrscheinlichkeit, dass die Freundschaft zerbrach.

Die Forschenden schließen daraus, dass mütterliche Ablehnung ein wirksames Mittel sein kann, um unerwünschte Freundschaften zu beenden. Die Wissenschaftler warnen jedoch auch vor möglichen Nebenwirkungen. Insbesondere können die Eingriffe von Eltern in Freundschaften dazu führen, dass ihre Kinder sozial ausgegrenzt werden. Kinder mit wenigen oder keinen Freunden sind besonders anfällig für negativen Einfluss durch Gleichaltrige. Nach dem Verlust einer Freundschaft finden sie nicht unbedingt bessere Freunde, sondern können in problematische Freundeskreise geraten.

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