Evangelische Kirche verabschiedet sich vom Pazifismus
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat sich neu positioniert: Um Frieden zu sichern, müsse unter Umständen auch Gewalt als letztes Mittel angewandt werden, heißt es in der im November 2025 veröffentlichten Friedensdenkschrift Die Welt in Unordnung. Das Grundlagenpapier ist die erste große friedensethische Positionierung der EKD seit 2007. Für Aufsehen sorgte vor allem die neue Haltung zu Atomwaffen: Zwar hält die EKD an deren Ächtung fest. Jedoch könne ihr Besitz notwendig sein – da der Verzicht auf Nuklearwaffen einzelne Staaten in eine schwerwiegende Bedrohungslage bringen könnte. Das neue Grundlagenpapier entstand vor dem Hintergrund intensiver Debatten um den Gazakrieg und Waffenlieferungen an die Ukraine infolge des russischen Angriffs. Innerhalb der Kirche ist die Denkschrift sehr umstritten. Kritiker sprechen von einem Bruch mit der Friedensbewegung, deren Motto „Frieden schaffen ohne Waffen“ ist.
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