Emoji wirkt korrekt
In persönlichen Gesprächen sind Mimik und Tonfall sehr wichtig, um die Aussage besser einzuordnen. Diese nonverbalen Signale folgen bestimmten sozialen Regeln, die festlegen, welche emotionalen Ausdrücke in bestimmten Situationen angemessen sind. Auch im Berufsleben ist es wichtig, diese Regeln einzuhalten. Die zunehmende digitale Kommunikation per E-Mail oder Chat macht den Einsatz nonverbaler Signale jedoch schwieriger. Emojis können als Ersatz dienen und die Gefühle, den Tonfall und die Bedeutung von Nachrichten klarer machen.
Eine neue Studie hat untersucht, ob positive und negative Emojis – ein grinsendes oder wütendes Gesicht – in beruflichen Nachrichten beeinflussen, wie kompetent und angemessen der Absender wirkt. Das Ergebnis: Positive Emojis erhöhten die wahrgenommene Kompetenz im Vergleich zu negativen Emojis, wenn sie mit positiven oder neutralen Sätzen kombiniert wurden. Im Vergleich zu Nachrichten ohne Emojis zeigte sich jedoch kein Unterschied. Wurden positive Emojis mit negativen Sätzen kombiniert, sank die wahrgenommene Kompetenz.Das kann daran liegen, dass die Nachricht dann möglicherweise widersprüchlich oder unaufrichtig wirkt. Doch auch negative Emojis verringern die wahrgenommene Kompetenz, insbesondere in Kombination mit positiven oder neutralen Sätzen.
Bei der wahrgenommenen Angemessenheit wurden Nachrichten ohne Emojis am besten bewertet, dicht gefolgt von Nachrichten mit positiven Emojis. Nachrichten mit negativen Emojis galten als am wenigsten angemessen. Außerdem zeigte sich ein Unterschied je nach Geschlecht: Frauen bewerteten bestimmte Nachrichten von weiblichen Absenderinnen – negative Sätze mit negativem Emoji, negative Sätze ohne Emoji und neutrale Sätze mit negativem Emoji – weniger angemessen als Männer dies taten. Für männliche Absender zeigte sich dieser Unterschied nicht. Die wahrgenommene Kompetenz war davon nicht betroffen.
Wer hat die Studie gemacht?
Die Studie wurde von Erin L. Courtice, Megan Lawrence, Charles A. Collin und Isabelle Boutet von der University of Ottawa durchgeführt und im Januar 2026 veröffentlicht.
Wie haben sie das herausgefunden?
243 Teilnehmende (134 Männer und 109 Frauen) sollten Nachrichten von fiktiven Mitarbeiter:innen lesen. Diese unterschieden sich inhaltlich: Sie waren entweder positiv, negativ oder neutral formuliert. Eine positive Nachricht lautete beispielsweise „Wir haben großartige neue Bürostühle”, eine neutrale „Kann ich am Dienstag frei haben?” und eine negative „Er hört sich nie die Ideen anderer an”. Zudem waren sie mit positiven, negativen oder gar keinen Emojis versehen. Ein positives Emoji ist ein grinsendes Gesicht, ein negatives Emoji ist ein rotes, wütendes Gesicht. In einer Vorstudie wurde getestet, ob die Texte emotional passend und glaubwürdig sind.
Einige der Teilnehmenden wurden darüber informiert, dass die Nachricht von einer Frau stammt, während anderen gesagt wurde, dass der Absender ein Mann ist. Denn Geschlechterstereotype beeinflussen häufig, wie Verhalten im Arbeitsumfeld wahrgenommen wird. So werden Frauen etwa als weniger sympathisch wahrgenommen, wenn sie sich durchsetzungsstark verhalten, und gleichzeitig als weniger kompetent, wenn sie besonders freundlich oder warm auftreten.
Wo gibt es die ganze Studie?
Courtice, Erin L.; Lawrence, Megan; Collin, Charles A.; Boutet, Isabelle: Emojis at Work: The Effects of Emoji Use on Perceptions of Competence and Appropriateness, in: Collabra: Psychology 12(1), 2026. https://online.ucpress.edu/collabra/article/12/1/147309/217078/Emojis-at-Work-The-Effects-of-Emoji-Use-on
SOLI
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