Sexualkundeunterricht

Alle haben Sex, niemand klärt auf

»Frühsexualisierung«, schreien die Konservativen. »Liberalerer Unterricht«, die anderen. Währenddessen gucken Kinder Pornos, haben Sex und niemand klärt sie auf: In ganz Europa verschlafen Schulen ihren Bildungsauftrag, Lehrkräfte unterrichten nicht zeitgemäß und Regierungen verbannen Sexualkunde aus dem Klassenzimmer.

Veröffentlicht am 17.04.2020
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Deutschland, 1969: Der erste Sexualkunde-Atlas erscheint. Querformat, weißer Einband, 48 Seiten und zwölf Kapitel, finanziert vom Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit. Dort ist zu lesen: »Der Schamberg ist ein behaartes Fettpolster oberhalb der Scheide.«1 Fotos von Brüsten sind nicht zu finden, eine Penisabbildung gibt es nur mit Syphilis-Geschwür, und keine Infos über Zärtlichkeit. Themen wie Selbstbefriedigung, Petting oder Homosexualität fehlen. Stattdessen stehen gesundheitliche Themen im Mittelpunkt, also wie beispielsweise Geschlechtskrankheiten verhindert werden können. Pro-Tipp: Sex mit Unbekannten vermeiden.2

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